Oberflächenqualität bei Spritzgussteilen

Beim Design eines Teils für das Spritzgießen sind die Beziehungen zwischen Oberflächenqualität, Formbarkeit, Kosten und Produktionszeit unbedingt einzuplanen.

Tabelle 1 enthält eine Auflistung der serienmäßigen Oberflächenbeschaffenheiten in ansteigender Kostenfolge, die Proto Labs im Schnellspritzgussverfahren anbietet.

Abbildung 1: Auflistung der erhältlichen serienmäßigen Oberflächenqualitäten

Ansteigende
Kosten
PM-F0: Nicht kosmetisch — Oberflächenqualität nach Proto Labs Ermessen
PM-F1: Geringe kosmetische Oberflächenbearbeitung—Werkzeugabdrücke größtenteils beseitigt
SPI-C1: Stein, 600er Körnung, 10-12 Ra
PM-T1: Proto Labs-Oberflächenstruktur, SPI-C1, anschließend leichtes Perlstrahlen
PM-T2: Proto Labs-Oberflächenstruktur, SPI-C1, anschließend mittleres Perlstrahlen
SPI-B1: Papier, 600er Körnung, 2-3 Ra
SPI-A2: Diamantpolitur, Grad Nr. 2, 1-2 Ra

In der Tabelle zeigt „PM“ eine Oberflächenqualität an, die an das Schnellspritzgussverfahren angepasst ist, während „SPI“ (The Society of the Plastics Industry) eine Oberflächenqualität in Industrienorm anzeigt.

Die Fotos in Abbildung 1 illustrieren den Unterschied im kosmetischen Erscheinungsbild einiger dieser Optionen an einigen Musterteilen.
Abbildung 1: Beispiele der Oberflächenqualität

Wenn das Teil für den Endanwender nicht sichtbar ist, werden Sie sich mithilfe des Drop-Down-Menüs auf Ihrer ProtoQuote (siehe Muster) wahrscheinlich für die Spezifikation von PM-F0 oder PM-F1 entscheiden. Häufig verlangt Ihr Design jedoch eine kosmetisch verbesserte Oberflächenqualität. In diesen Fällen sind vor allem die folgenden beiden Punkte zu berücksichtigen:

[BL:Polieren: Glattere Teileoberflächen werden durch manuelle Poliermethoden der Form erzielt. Stellen Sie sich ein Teil mit hohen, dünnwandigen und gekrümmten Rippen vor, für das eine Oberfläche in SPI-A2 notwendig ist. In diesem Fall können Sie erheblich höhere Kosten erwarten, denn das Glätten von tiefen, engen Schlitzen in den Formen ist sehr zeitaufwendig. Diese lange Polierzeit kann sich auch auf die Produktionszeit für Ihre Teile auswirken, sodass es Protomold unter Umständen nicht möglich ist, Expressaufträge für Ihre Teile anzunehmen.
  • Strukturierung: Aufgrund des Sichtliniencharakters von Perlstrahlen ist es unter Umständen nicht möglich, die Seiten von Rippen mit minimaler Formschräge eines Teils mit einer Oberflächenstruktur zu versehen, da die Formflächen möglicherweise nicht zugänglich sind. Wenn die Wände Ihres Teils strukturiert sind, kann die Ablösbarkeit des Teils aus der Form beeinträchtigt werden, was zu hässlichen „Druckstellen“ führen kann. Deshalb empfehlen wir, nur in solchen Teilebereichen mit mindestens 3 Grad Formschräge eine Struktur zu spezifizieren. Es ist möglich, dass Ihr ProtoQuote diese Strukturierungsoption nicht zur Auswahl anbietet, wenn Ihr Teil keine ausreichende Formschräge aufweist. Bitte wenden Sie sich an Ihren Kundendienstmitarbeiter, falls dies ein Problem darstellt.