November 2011



Für mehr Transparenz

Unsere langjährige Erfahrung im Beimischen von Farbmitteln in Kunststoffgranulat hat uns gelehrt, dass das Verhältnis des transparenten Farbmittels, das durchsichtigem Kunststoff beigemischt wird einen erheblichen Einfluss auf die endgültige Farbe und Transparenz besitzt.


Unterschiedliche Hersteller von transparenten Farbmitteln geben je nach Basiswerkstoff und gewünschtem Effekt unterschiedliche Mischverhältnisse an. In diesem Designtipp zeigen wir Ihnen, wie dieses Verhältnis die fertigen Teile beeinflussen kann.


Wir haben eine Auswahl an beliebten transparenten Farben auf Lager, darunter Orange, Grün, Blau und Rot, doch natürlich können Sie uns auch Ihre eigenen fertig aufbereiteten transparenten Kunststoffe zur Verfügung stellen. Bei spezifischen Anforderungen sollten Sie diese mit Ihrem Compoundierer im Vorfeld besprechen.


Wir haben ein transparentes Blau in einem durchsichtigen Polycarbonat verwendet, um Ihnen die unterschiedlichen Auswirkungen des Farbmittelverhältnisses zu veranschaulichen.


Der Test zeigt, dass die endgültige Farbe bei höheren Mischungsverhältnissen, besonders in dicken Bereichen zu dunkel ausfallen kann und die Transparenz leidet. Bei einem Verhältnis von unter 1 % kann das Farbmittel im Basiswerkstoff zu ungleichmäßig vermischt sein, wodurch Marmorierungen oder Wirbel entstehen können. Dies liegt daran, dass das farbige Granulat zum Basiskunststoffgranulat hinzugefügt wird und im Trichter der Spritzgießmaschine eine „Salz und Pfeffer“-Mischung hervorbringt. Während das Granulat im Zylinder der Presse erhitzt und komprimiert wird, vermischt sich die Farbe des gefärbten Granulats mit dem geschmolzenen Basiskunststoffgranulat. Bei der Verarbeitung einer „Salz und Pfeffer“-Mischung in der Presse durchläuft der Kunststoff vom Trichter durch den Zylinder bis zum fertigen Teil nur ein Extrusionsverfahren. Fertig aufbereitete Kunststoffe, bei denen Granulat zu einer einheitlichen Farbe gemischt wird, durchlaufen mehrere Extrusionszyklen, um eine gleichmäßigere Farbverteilung zu gewährleisten. Je weniger farbiges Granulat pro Menge an Basiskunststoff verwendet wird, umso dispergierter ist es und umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass einige Bereiche des Basiskunststoffs vor dem Einspritzen weniger Farbe erhalten. Bei weniger als 1 % Farbe beginnt diese unvollständige Dispersion deutlich sichtbar zu werden.

½ %—Ungleichmäßige Farbverteilung im Teil beeinträchtigt dessen Aussehen und kann selbst innerhalb eines Durchlaufs zu uneinheitlichen Teilen führen.

½ %—Ungleichmäßige Farbverteilung im Teil beeinträchtigt dessen Aussehen und kann selbst innerhalb eines Durchlaufs zu uneinheitlichen Teilen führen.

1 %—Bei „Salz und Pfeffer“-Farbmittelmischungen kommt es zwar häufig zu Wirbelbildung, doch man erhält relativ transparente und relativ einheitliche Teile.

1 %—Bei „Salz und Pfeffer“-Farbmittelmischungen kommt es zwar häufig zu Wirbelbildung, doch man erhält relativ transparente und relativ einheitliche Teile.

2 % — Hierbei entsteht ein dunkleres Teil, dessen Transparenz / Lichtdurchlässigkeit beeinträchtigt sein kann. Je dicker das Teil ist, umso dunkler wird seine Farbe.

2 % — Hierbei entsteht ein dunkleres Teil, dessen Transparenz / Lichtdurchlässigkeit beeinträchtigt sein kann. Je dicker das Teil ist, umso dunkler wird seine Farbe.

3 %—Diese Teile sehen zunehmend undurchsichtig und weniger transparent aus.

3 %—Diese Teile sehen zunehmend undurchsichtig und weniger transparent aus.


Beachten Sie, dass bei jedem Mischungsverhältnis mit Farbabweichungen innerhalb und zwischen Teilen zu rechnen ist. Wie bereits erwähnt, lässt sich mit vom Kunden bereitgestellten, fertig aufbereiteten Kunststoffen die beste Farbkonsistenz erzielen.


Mehr über das „Salz und Pfeffer“-Verfahren und zum Farbmittel- und Farbabgleich finden Sie in diesem älteren Protomold Designtipp. Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich unter der Telefonnummer +49 (0) 6261 6741 768 jederzeit an die Mitarbeiter unseres technischen Kundendienstes wenden.


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