August 2012



Textverarbeitung

Das Design von Kunststoffteilen kann unter allen Umständen ein komplexer Prozess sein. Wenn Sie Teile mit Schrift, Ziffern und Symbolen entwickeln, können die Herausforderungen sogar besonders groß sein. In der Designphase weiß man selten, mit welchem kleinen Trick oder welcher Idee eine Hürde überwunden oder das scheinbar Unmögliche möglich gemacht werden kann; aus diesem Grund bieten wir jeden Monat neue Designtipps an. Davon abgesehen stolpern wir hin und wieder über eine Idee, die wir für so wichtig halten, dass es sich lohnt, sie noch einmal aufzugreifen. Hier ist ein "Designtipp-Klassiker" aus dem Jahr 2008 ...


Es gibt viele Gründe dafür, ein Teil zu beschriften. Sei es eine Montageanweisung, eine Teilenummer, eine rechtlich gebotene Warnung oder einfach ein Logo (siehe Abbildung 1). Was auch immer der Grund für eine Beschriftung ist, Textzeichen sind meistens die kleinsten Merkmale eines Teils und verdienen als solche das besondere Augenmerk des Designers.

Abbildung 1: An-/Aus-Beschriftung auf einem Teil.

Abbildung 1: An-/Aus-Beschriftung auf einem Teil.


Als erstes ist zu beachten, dass eine erhabene Beschriftung auf einem Kunststoffteil viel besser funktioniert als ein in das Teil versenkter Text (d.h. sie wird in die Form eingefräst). Erhabene Buchstaben auf einem Teil sind einfacher zu lesen, und in eine Form eingearbeiteter Text ermöglicht ein anschließendes Polieren, während sich mit erhabenen Buchstaben in einer Form nur schwer eine gute Oberflächenstruktur erzielen lässt.


Der zweite Aspekt betrifft die einheitliche Wandstärke Ihrer Beschriftung. Vermeiden Sie Serifenschriftarten, die kleine Schnörkel an den Enden von senkrechten Buchstabenlinien haben. Die Serifen sind in der Regel schmaler als die Hauptlinien des Buchstabens, weshalb sie zu klein zum Fräsen sind. Verwenden Sie stattdessen eine serifenlose Schriftart, wie z.B. Century Gothic Fett (die Standardschriftart in SolidWorks). Weitere gängige serifenlose Schriftarten sind Arial und Verdana. Im Allgemeinen gilt, dass obwohl die meisten 3D-CAD-Programme die Verwendung von Windows-Standardschriftarten erlauben, Sie der Versuchung widerstehen sollten, ohne einen guten Grund eine "niedliche" Serifenschrift zu wählen.


Der dritte Aspekt betrifft die Größe der Buchstaben selbst (siehe Abbildung 2). Auch wenn Beschriftungen nicht besonders weit aus der Oberfläche eines Teils herausragen müssen - 0,50 mm sind schon viel - gelten hier die Regeln für dünne Rippen. Sie müssen nicht die Dicke jeder Linie eines Buchstabens abmessen. Halten Sie sich einfach an Schriftgrößen von 20 Punkt oder mehr und verwenden Sie die fette Version der Schriftart; so stehen die Chancen gut, dass der Text gefräst werden kann (siehe Abbildung 3). In manchen Fällen sind wir in der Lage, kleinere Schriftgrößen zu fräsen. Laden Sie in diesem Fall das Teil mit dem kleineren Text hoch, um ein ProtoQuote® interaktives Angebot zu erhalten. Im Angebot werden alle erforderlichen Änderungen oder Hinweise angezeigt. Sie können auch einen Proto Labs Kundendienstmitarbeiter unter der Telefonnummer +49 (0) 6261 6436947 kontaktieren, um Ihr Projekt mit ihm zu besprechen.


Befindet sich der Text auf einem hohen Merkmal - z.B. einer hohen Rippe - darf der Text größer sein.

Abbildung 2: Das

Abbildung 2: Das "o" ist zu klein zum Fräsen.

Abbildung 3: Das

Abbildung 3: Das "L" hat eine größere Schriftgröße und bietet genug Raum für die Fräse.


Um bei Beschriftungen die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie also:


  • Ihre Teile mit erhabenem Text gestalten.
  • Eine fette, serifenlose Schriftart verwenden.
  • Eine Schriftgröße von 20 Punkt oder mehr verwenden.
  • Sich von den oberen Enden hoher Merkmale fernhalten.

Wenn Sie sich wissen möchten, ob Sie Ihren Text richtig konzipiert haben, laden Sie einfach Ihr 3D-CAD-Modell hoch, um ein kostenloses ProtoQuote® zu erhalten. Über eventuelle Probleme werden Sie spätestens am nächsten Tag informiert.


Schauen Sie sich dieses kurze YouTube-Video zum Gestalten von Text auf Kunststoffteilen an.