Juni 2013



Nomen est omen

Es gibt viele Gründe, computergestütztes Design zu mögen. An CAD-Modellen können leicht Änderungen vorgenommen werden. CAD-Dateien können problemlos zur Durchsicht oder zur Angebotseinholung verschickt werden. Nach ihrer Fertigstellung können sie schließlich zur Prototypen- oder Serienproduktion direkt an computergestützte Fertigungssysteme gesendet werden. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt weitere Exemplare desselben Teils benötigt werden, müssen Sie nur das CAD-Modell hervorholen oder, wenn es woanders archiviert ist, darauf verweisen, um beliebig viele Teile zu produzieren.


Diese Einfachheit ist jedoch mit einem Risiko verbunden. Da es die einfache Produktion — und Reproduktion — von Dateien ermöglicht, kann CAD in den verschiedenen Phasen der Entwicklung zu einer Fülle an Überarbeitungen und somit zur Verwirrung darüber führen, welche die finale oder aktuellste Version des Designs ist. Es gibt viele Phasen der Entwicklung, in denen zahlreiche Versionen produziert werden können. Hier bei Proto Labs laden die Kunden häufig mehrere Versionen eines Entwurfs auf das Angebotssystem ProtoQuote® hoch. Außerdem kann es vorkommen, dass wir Teile anhand eines CAD-Modells herstellen, das anschließend auf der Grundlage von Funktionstests dieser Prototypen abgeändert und uns erneut vorgelegt wird. In beiden Fällen kann es passieren, dass der Kunde versehentlich eine alte Version des Entwurfs vorlegt und so die falschen Teile erhält, was ihn in seinem Prozess letztlich Zeit und Geld kostet.


In manchen Fällen kann es ausreichen, die Versionen einfach fortlaufend zu nummerieren, um Probleme zu vermeiden. Manchmal jedoch müssen Änderungen rückgängig gemacht werden, wodurch ein früheres Modell zur bevorzugten Version wird. Außerdem kann es vorkommen, dass mehrere Prüfer ihre geänderten Versionen eines CAD-Modells zurückschicken, von denen keine die definitiv nächste Version wäre, bis die Änderungen zusammengeführt würden. Die Vermeidung solcher Probleme erfordert eine zweifache Disziplin. Die erste ist eine klare Methode zur Benennung/Nummerierung (und Dokumentierung) aufeinanderfolgender Überarbeitungen einer Datei. Die zweite ist ein einheitliches Konzept zur Prüfung und Behandlung von Überarbeitungen.


Wenn Entwürfe von einer einzelnen Person erstellt werden, funktioniert praktisch jedes logische System. Bei aufeinanderfolgenden Versionen können Sie fortlaufende Nummern, Buchstaben oder ein gestuftes System verwenden, wie z. B.:


  • 1.0, 1.1, 1.2, 2.0
  • 1a, 1b, 1c, 2a
  • Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie nicht mehr als eine Version pro Tag erstellen, können Sie die aktuellste Version kennzeichnen, indem Sie das Datum in den Dateinamen integrieren, z. B. cam.6april6 oder cam.april9.

Diese Schemata erscheinen zwar recht einfach, erfordern dennoch etwas Disziplin. Wenn Sie beispielsweise zu einem früheren Entwurf zurückkehren, verursachen Sie eine Reihe von Problemen, wenn Sie dabei die alte Bezeichnung verwenden. Anders ausgedrückt: wenn die Überarbeitung 2.0 nicht wie erwartet funktioniert und Sie zur Version 1.2 zurückkehren, geben Sie dieser einen neuen Namen, wie z. B. 2.1 oder 3.0, sofern Sie sich nicht sicher sind, dass die Version 2.0 komplett verschwindet. Abbildung 1 zeigt eine typische Benennungsstruktur.

Abbildung 1: Benennungsdiagramm

Abbildung 1: Benennungsdiagramm


Wenn mehr als eine Person an der CAD-Entwicklung und -Überprüfung beteiligt ist, ist es besonders wichtig, einen speziellen Aufbewahrungsort für den aktuellen Entwurf zu haben, der vorzugsweise unter der Kontrolle einer einzigen Person ist. Wir können Ihnen nicht sagen, wie separate Änderungen in Ihrem Entwurf zusammengeführt werden, doch auf jeden Fall müssen sie zusammengeführt und bei Unstimmigkeiten in Einklang gebracht werden, und im Anschluss muss der entstehende Entwurf eine geeignete Benennung erhalten. Wir können Ihnen jedoch ein paar Stolperfallen nennen, die Sie vermeiden sollten:


  • Sorgen Sie dafür, dass geänderte Versionen einer Datei nie, auch nicht kurzzeitig, denselben Namen erhalten. Dies geschieht leicht, wenn Sie eine Datei zur Überprüfung versenden und ein oder mehrere Prüfer sie ändern und ohne Änderung des Namens zurücksenden.
  • Raten Sie ihren Kollegen davon ab, ihre eigenen Namenskonventionen zu erfinden. Wenn ein Prüfer seine Initialen hinzufügt, ein zweiter das aktuelle Datum anhängt, ein dritter die Versionsnummer erhöht und ein weiterer ein „b“ zum Namen oder zur Nummer hinzufügt, werden Sie es schwer haben, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Eine einfache Lösung wäre, die Empfänger aufzufordern, die Version sofort nach Erhalt durch Hinzufügen ihrer jeweiligen Initialen umzubenennen.

Beachten Sie: Es gibt zwar Softwarepakete zur Revisions- bzw. Versionsverwaltung, die meisten sind jedoch für die Verwaltung sehr komplexer Prozesse, wie Softwareentwicklung und Design großer Websites ausgelegt und könnten zur Teileentwicklung einfach eine Nummer zu groß sein.


Wenn Sie schließlich Entwürfe für ein ProtoQuote hochladen, wird Ihre Änderungsbezeichnung, wie auch immer sie lautet, Bestandteil des von Ihnen eingegebenen Dateinamens sein. Und wenn Ihre Teile sowohl Namen als auch Nummern haben, geben Sie beides (einschließlich Ihrer Änderungsbezeichnung) in das Feld „Teilenummer/-name“ ein.


Haben Sie eine andere Vorgehensweise, um Dateinamen zu verwalten? Falls ja, teilen Sie sie uns mit! Vielleicht widmen wir ihr einen Eintrag im Proto Labs Blog. Einsendungen an: marketing@protolabs.de.