August 2013



Bessere Dome bauen

Was verstehen Spritzgießer unter einem Dom? Ein Dom ist ein Merkmal, das sich auf einer Oberfläche erhebt. In Kunststoffteilen werden Dome typischerweise als Unterstützung in einer Baugruppe, als Aufnahme für eine Schraube oder einen Gewindeeinsatz oder als Positionierungshilfe für einen dazugehörigen Stift an einem anderen Teil eingesetzt.


Aufgrund seiner Funktion muss ein Dom über eine ausreichende Festigkeit verfügen. Diese macht eine Mindestgröße für das Merkmal erforderlich. Da der Dom sich von einer Oberfläche erhebt, verstärkt er gleichzeitig an diesem Punkt die Oberfläche, wodurch beim Abkühlen die Gefahr von Einfallstellen oder der Entstehung von Lunkern besteht. Die Herausforderung lautet also: Dome sollten groß genug sein, um ihre Funktion zu erfüllen, jedoch nicht so groß sein, dass an der Oberfläche, aus der sie hervortreten, vermeidbare Einfallstellen entstehen.

Abbildung 1

Abbildung 1


Ein typischer Dom ist ein oben offener Zylinder, also im Prinzip eine runde Rippe (siehe Abbildung 1a). Standardrichtlinien empfehlen, dass seine Wandstärke zwischen 40 und 60 Prozent der Dicke der Wand betragen sollte, von der sich der Dom erhebt. Wenn Ihr Design mehr Festigkeit erfordert, als mit dieser Richtlinie zu erreichen wäre, sollten Sie nach einer Möglichkeit suchen, um den Dom zu verstärken, ohne seine Wände dicker zu gestalten. Die üblichste Methode ist, den Dom mit Versteifungen zu versehen, die seine Wände stützen und verstärken (siehe Abbildung 1b).


Ist ein Dom Bestandteil einer senkrechten Wand, sollte er keinen dicken Wandbereich bilden. Abbildung 1c zeigt ein Beispiel dafür, wie sich dies vermeiden lässt. Befindet sich ein Dom nahe einer senkrechten Wand, kann es verlockend sein, den Dom durch Auffüllen des Zwischenraums mit der Wand zu verbinden, wodurch ein dicker Bereich entsteht (siehe Abbildung 1d). Besser lassen sich Dome mit Hilfe einer oder mehrerer Rippen mit einer Wand verbinden (siehe Abbildung 1e).


In manchen Fällen kann es für das Fräsverfahren von Protomold erforderlich sein, dass die Wände des Doms dicker sind als die oben genannten üblichen 40 bis 60 Prozent. Protomold formt in der Regel sowohl den Außendurchmesser als auch den Innendurchmesser eines Doms mit Merkmalen der Aluminiumform. Beim Fräsen einer Form für einen relativ großen Dom können wir möglicherweise keinen Fräser verwenden, der einen ausreichend kleinen Durchmesser besitzt, um derart dünne Wände herzustellen. Sie können das Problem vermeiden, indem Sie die Höhe des Doms reduzieren und so die Verwendung eines Fräsers mit geringerem Durchmesser ermöglichen. Oder Sie denken, dass eine geringfügige Einfallstelle in der Wandoberfläche gegenüber des Doms akzeptabel ist.


Zwei weitere Punkte sind beim Entwerfen von Domen zu beachten. Wie bereits erwähnt ist ein Dom eine runde Rippe, und wie jede Rippe müssen seine Wände — sowohl innen als auch außen — mit einer Formschräge versehen werden, um das Auswerfen zu erleichtern. Je nach Höhe des Doms kann diese Formschräge zwischen 0,5 und 3 Grad liegen. Wenn keine Formschräge am Innendurchmesser des Doms zulässig ist, kann Protomold möglicherweise eine Auswahl von Stahlkernstiften ohne Formschräge mit Standarddurchmessern verwenden, ähnlich denen, die in Stahlwerkzeugen zum Einsatz kommen. Gegebenenfalls werden diese in Ihrem Angebot hervorgehoben; weitere Details erhalten Sie von Ihrem technischen Kundendienstmitarbeiter. Alternativ dazu kann der Dom als Festkörper geformt werden, wobei der Innendurchmesser in einem Nachbearbeitungsschritt von Ihnen gebohrt wird.


Wenn ein Dom durch ein Sackloch im Formkörper geformt wird, müssen wir möglicherweise Entlüftungsstifte an der Kante des Doms hinzufügen, um ein Entweichen von eingeschlossenem Gas während der Formbefüllung zu ermöglichen. Andernfalls können sich an der Kante Oberflächenfehler oder Brandstellen bilden.

Der Protomold Designwürfel

Der Protomold Designwürfel


Der kostenlose Designwürfel von Protomold zeigt verschiedene Domkonfigurationen sowie viele andere Konstruktionsmöglichkeiten und Merkmale unseres Spritzgussverfahrens. Wenn Sie noch nicht Ihr persönliches Exemplar besitzen, fordern Sie es hier an.