3D-gedrucktes Futuro erreicht Stratosphäre

Montag, 23. Juli 2018 Tobias Fischer

Das vom finnischen Architekten Matti Suuronen in den 1960er Jahren entworfene Futuro-Haus steht für die Raumfahrtbestrebungen und das Vertrauen in den technischen Fortschritt in der damaligen Zeit. Berühmt ist das Haus nicht allein wegen seines futuristischen Designs in Form einer fliegenden Untertasse, sondern auch, weil es das erste in Massenproduktion hergestellte Haus war. Suuronens Design, das hauptsächlich aus Glasfaser- und Polyesterkunststoff besteht, war gedacht als transportables Zuhause, das überall aufgebaut werden kann.
Zum 50-jährigen Jubiläum seiner Erfindung wird das Futuro-Haus im Außenbereich der Pinakothek der Moderne als Installation mit dem Titel „Futuro: A Flying Saucer in Town“ gezeigt. Im Rahmen der Ausstellung arbeitete der Künstler Konstantin Landuris mit dem Museum und Protolabs zusammen, um eine 3D-gedruckte Futuro-Replik auf 40 km Höhe in die Stratosphäre zu schicken.
„Wir freuen uns über die Unterstützung von Protolabs bei unserem Versuch, den Flug der Futuro-Replik in die Stratosphäre aufzuzeichnen. Wir haben zwei Kameras am Ballon befestigt, wodurch wir seine Flugroute aufzeichnen konnten. Eine 4K-Kamera hat die ganze Reise der Replik gefilmt, und wir können uns das Bildmaterial in 360 Grad anschauen“, so Konstantin Landuris.

Am 16. Juni wurde die 14 cm große Futuro-Replik im Außenbereich der Pinakothek der Moderne, direkt vor der Originalkonstruktion von Suuronen gestartet. Die Sonde wurde mithilfe eines Wetterballons in die Stratosphäre geschickt. Dieser war mit zwei Kameras, einem GPS-GSM-Tracker, einem Satellitentracker und einem Datenlogger ausgestattet, um die Flugroute mitverfolgen und später die Auffindbarkeit sicherstellen zu können. Der Ballon flog anfangs in südwestliche Richtung, drehte nach Süden über den Rundwanderweg Grünwald und stieg dann über dem Hauptsitz des BND in Pullach und landetet in der Nähe des Ammersees.
Protolabs und die Pinakothek der Moderne in München bilden nicht zum ersten Mal ein Team. Gemeinsam mit dem Designmuseum konnten wir bereits mehrere Projekte umsetzen. Die maßstabsgetreu 3D-gedruckte Miniaturversion des FUTURO nun in die Stratosphäre fliegen zu lassen, ist ein weiteres Highlight. Mit dieser Aktion verdeutlichen wir noch einmal, dass der 3D-Druck für grenzenlose Möglichkeiten und eine hohe Innovationskraft steht.

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Futuro im Außenbereich der Pinakothek der Modernen in München. Foto mit freundlicher Genehmigug von: Hiveminer.com