Wie finde ich den richtigen Fertigungspartner

Freitag, 19. Oktober 2018 Laura Reeves

 

Bei der Abwägung Ihrer Optionen müssen Sie Antworten auf eine Reihe wichtiger fragen finden - aber welche sind das?

  1. Bietet der betrachtete Lieferant die Fertigungsverfahren an, die Sie benötigen?
    Am besten überzeugen Sie sich selbst durch einen Besuch. 
  2. Kann der Lieferant schnell genug liefern?
    Lassen Sie sich zusichern, dass Fertigungsgeschwindigkeit und -kapazität Ihren Anforderungen bei Produktentwicklung, Markteinführung und Produktion genügen.
  3. Gibt es bei dem Lieferanten eine Mindestbestellmenge?
    Manche Lieferanten setzen eine hohe Mindestbestellmenge fest. Wer anfangs nur kleine Mengen benötigt, ist gewöhnlich mit einem On-Demand-Fertigungsservice ohne Mindestmenge am besten bedient.
  4. Entspricht die Qualitätskontrolle Ihren Anforderungen?
    Ist der angebotene Standard für Ihr Produkt geeignet? So sollte zum Beispiel die Qualitätskontrolle bei einem Lieferanten für medizintechnische Teile sehr viel strenger sein als für kommerzielle Produkte. Zahlen Sie nur für das Qualitätsniveau, das Sie brauchen.
  5. Arbeitet die Firma mit den von Ihnen benötigten Werkstoffen?
    Wenn Ihnen eine breite Materialauswahl wichtig ist, haben On-Demand-Fertigungsservices oft die beste Auswahl auf Lager und verfügen über die Spezialkenntnisse für ihren optimalen Einsatz. Und sie sind auch in der Lage, mit vom Kunden bereitgestellten Werkstoffen zu arbeiten.
  6. Werden Sie die benötigte Unterstützung beim Design erhalten?
    Wenn Sie selbst kein Fertigungsexperte sind, entscheiden Sie sich am besten für einen Service, der Sie unterstützen und über die Machbarkeit Ihres Teils oder Produkts beraten kann. 
Nutzung der Vorteile der digitalen Herstellung

Neben den oben aufgeführten Fragen müssen Sie bei der Wahl eines Herstellers auch überlegen, ob ein Lieferant die Vorteile der digitalen Fertigung einschließlich niedrigerer Gesamtkosten (TCO) bieten kann.

Bei den TCO werden die direkten und indirekten Kosten der Beschaffung und Nutzung eines Teils oder Produkts während seines gesamten Lebenszyklus berücksichtigt. Im Wesentlichen handelt es sich um den Einkaufspreis plus Zusatzkosten wie Versand und Logistik, Lagerhaltung, Betrieb, Wartung und Ausmusterung von Teilen. Dies ist ein besseres Maß für das Preis-/Leistungsverhältnis oder die Rendite als der Kaufpreis allein. Bei der Bewertung von Lieferanten im Hinblick auf die TCO geht es auch um Qualität, Einheitlichkeit und zeitnahe Lieferung und nicht nur um den finanziellen Anfangsaufwand.

Wie senken Lieferanten die Gesamtkosten?

Fortgeschrittene Produktionstechnologien treiben die als „Industrie 4.0“ bezeichnete neue industrielle Revolution voran, und immer mehr Lieferanten nutzen automatisierte Prozesse zur schnellen und kostengünstigen Bewertung, Planung und Produktion kundenspezifischer Teile und Produkte.
So bieten manche On-Demand-Hersteller zum Beispiel Kostenvorteile bei der Herstellung von Werkzeugen und Teilen. Diese werden erzielt durch:

  • Services zur Herstellung eines Projekts oder Designs vom Prototyp bis zur Serie. So werden Kosten und Komplexität der Zusammenarbeit mit mehreren Anbietern reduziert.
  • Größe und erweiterte Automatisierung der Produktionsanlagen und dadurch pünktliche und zeitnahe Lieferung 
  • Senkung der Lagerhaltungskosten, indem Käufern die Flexibilität angeboten wird, immer nur die gerade benötigten Mengen zu bestellen
  • Bewältigung von Nachfrageschwankungen: schnelle Fertigung auch bei steigender Nachfrage, um das Risiko entgangener Verkaufschancen zu vermeiden
  • Nutzungsgarantien für Spritzgussprojekte. Bestimmte Lieferanten bieten eine lebenslange Garantie für Ihre Werkzeuge, sodass bei Wiederholungsbestellungen keine weiteren Werkzeugkosten entstehen.

 

Es lohnt sich also, sich Zeit zu nehmen, einen genau zum Käuferunternehmen passenden Lieferanten zu finden. Stellen Sich sich die als Partnerschaft vor, der sich beide Seiten verpflichtet fühlen und in die beide investieren. Und im digitalen Zeitalter empfiehlt es sich zunehmend, auch auf zusätzliche Einsparungen bei den Gesamtkosten (TCO) zu achten.